Elfentanz

Ein Land in weiter Ferne,

glänzender Mond und Sterne,

tanzen Elfen gerne.

Ein tiefer, gläserner See,

bedeckt von goldenem Schnee,

die Elfen scheu wie ein Reh.

Sie schaukeln nur bei Nacht,

zeigen ihre ganze Pracht,

tragen ihre seidene Tracht.

Zarte Flügel nicht von dieser Welt,

sanfte Körper frei von Geld,

bis der Morgen fällt.

Nun steht der Kosmos leer,

kommen jetzt die Menschen her, Elfen sieht man nimmermehr.

 

 

1 Kommentar 23.1.10 22:00, kommentieren

Werbung


HASS

Was würdest du sagen, wenn ich dir erzählen würde, dass ich mich HASSE? Würdest du sagen, das ist normal? Würdest du fragen, warum? Ich weiß es nicht. Ich weiß es wirklich nicht. Sag du es mir! Sag, es ist normal. Nein. Frag warum? Nein. Sag, ich liebe dich! Ja, das ist gut! Sag mir, ich liebe dich. Ich liebe dich so wie du bist! Warum, wirst du fragen. Weil ich mich nicht liebe. Aber du sollst mich lieben. Bitte, wenigstens du. Wenn nicht ich, dann du. Das ist unfair, wirst du sagen. Ja, ist es. Aber das Leben ist nun mal ungerecht. Daran musst du dich gewöhnen. Du wirst sagen, du redest Unsinn. Ich liebe dich doch, warum sollte ich dich nicht lieben? Ich werde darauf keine Antwort wissen. Zuerst. Dann werde ich sagen, jemanden, der sich selber nicht liebt, kann man nicht lieben. Du wirst wieder sagen, du redest Unsinn. Ich werde den Kopf senken und dir glauben. Denn wie kann man schon recht haben, wenn man sich HASST? Aber du weißt ja gar nicht, warum ich mich HASSE! Oder doch? Ich werde es dir erzählen. Weil ich hässlich bin, jawohl eklig und fett. Wie ein Schwein. Nein, Schweine sind schöner als ich. Du wirst den Kopf schütteln, weil du denkst, dass ich übertreibe. Nein. Ich übertreibe nie. Und ich bin seltsam. Und langweilig und uninteressant. Und feig und schüchtern und still. Tja, was sagst du jetzt? Nichts? Habe ich etwa doch recht? Ja, siehst du! Ich wusste es. Endlich gibst du es zu! Warum schaust du jetzt so? Ich habe mich damit abgefunden, du brauchst mich nicht bemitleiden. Ich komme schon klar. Okay, wirst du sagen. Und du wirst gehen. Weil du nicht weißt, was du noch sagen sollst. Ich aber werde die nächste Klinge suchen und mich ritzen. Und weißt du auch warum? Weil ich gelogen habe. Ich komme nicht klar.

1 Kommentar 3.11.09 20:12, kommentieren

Spiegelkind

Sie starrt mich an.

Große grüne Augen.

Tränenertränkter Blick.

Trauriges Gesicht.

„Was ist mit dir?“

Sie schweigt.

„Bist du verletzt?“

Sie schweigt.

„Bist du traurig?“

Sie schweigt.

Ich werde ungeduldig.

„Antworte mir!“

Wütend verzieht sie das Gesicht.

Ich starre zurück.

Betrachte ihre blasse Haut.

Ihre roten Lippen.

Ihre schwarzen Haare.

Ich finde sie hübsch.

Ich sehe an ihr herab.

Fehler.

Ich sehe vernarbte Arme.

Einen dicken Bauch.

Fette Oberschenkel.

Unförmiger Körper.

Ich finde sie hässlich.

Sie widert mich an.

So fett. So fett.

Unsere Blicke treffen sich.

Sie weiß was ich denke.

Sie schämt sich.

Sie tut mir leid.

„Kann ich dir helfen?“

Sie schweigt.

„Geht es dir gut?“

Sie schweigt.

Ich werde wütend.

Warum antwortet sie nicht?

„Starr mich nicht so an!“

Sie schweigt.

„Ich hasse dich!“

„Ich hasse dich!“

Sie schweigt.

„Du blöde Kuh!“

Sie schweigt.

„Verdammt noch mal!“

Ich hole aus.

Schlage zu.

Ein klirrendes Geräusch.

Tausend Scherben.

Ich stehe mitten unter ihnen.

Ich schaue an mir herab.

Mein Gesicht schimmert in den Scherben.

Doch wo ist sie?

„Wo bist du?“

Ich weine.

„Wo bist du?“

Ich sammle die Scherben ein.

„Komm zurück!“

„Komm zurück!“

Ich zittere.

Was habe ich getan?

Ich schluchze.

Ich werfe mich zu Boden.

Streichle die Scherben.

Berühre sie sanft.

Versuche sie zusammenzusetzen.

Vergeblich.

Alles was ich sehe ist mein tränenertränkter Blick.

Meine grünen Augen.

Und mein trauriges Gesicht.

1 Kommentar 2.11.09 14:58, kommentieren

Maskiert

Die lächelnde Maske abgenommen,

sitze ich da und weine,

würde so gern rufen,

doch stumm verklingt der Schrei.

 

Würde so gern glücklich sein,

doch Glück lebt in den Träumen,

mein Traum ist schon so lang geplatzt,

kommt niemals mehr zurück.

 

 

1 Kommentar 29.9.09 15:01, kommentieren

A Poem A Day Keeps The Doctor Away

Viel Spaß mit dem ersten Gedicht:

Ich bin heut Morgen aufgewacht,

und habe mir sogleich gedacht,

heute wird ein schöner Tag,

was er wohl so bringen mag?

Jetzt könnt ihr es fortsetzen.... Was bringt heute euer Tag??

 

1 Kommentar 14.8.09 12:20, kommentieren